Gutes Hören senkt das Sturzrisiko

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Dass das Gehör entscheidend dazu beiträgt, die Umwelt wahrzunehmen und mit Mitmenschen zu kommunizieren, ist allgemein unbestritten. Die Ohren haben jedoch noch eine weitere Funktion, die nicht jedem sofort einfällt: Im Innenohr sitzt das Gleichgewicht. Im Ohr liegt deshalb die Ursache dafür, dass sich Schwindel einstellt, wenn man sich um sich selbst dreht – und so kann im Innenohr auch der Grund dafür liegen, wenn man nicht mehr richtig sicher auf den Beinen ist.

Wie sicher man sich bewegen kann, liegt also zu einem großen Teil daran, ob die Ohren gesund sind. Umgekehrt besteht ein Zusammenhang zwischen einer Verschlechterung des Hörvermögens und dem Sturzrisiko. Zu diesem Aspekt gibt es inzwischen verschiedene Studien. Hörvermögen und Sturzrisiko hängen demnach so eng zusammen, dass schon ein geringer Hörverlust das Risiko, zu fallen, vergleichsweise stark erhöht.

Einerseits liegt der Zusammenhang zwischen dem Sturzrisiko und dem Hörvermögen darin begründet, dass der Gleichgewichtssinn nicht mehr hundertprozentig funktioniert, wenn das Ohr nicht vollkommen gesund ist. Andererseits gibt es noch eine weitere Theorie, wie beides zusammenhängt: Das Gleichgewicht zu halten und sich zu bewegen, kommt gesunden Menschen im Alltag in aller Regel selbstverständlich vor. Man steht auf, geht in ein anderes Zimmer oder verlässt den Bus, ohne groß darüber nachzudenken, wie die eigenen Beine funktionieren. Dabei ist es eine große Leistung des Körpers, unfallfrei vorwärts zu gehen, die Beine zu koordinieren und eben das Gleichgewicht zu halten. Auch wenn man nicht bewusst darüber nachdenkt, erfordert einfaches Laufen viele Kapazitäten im Gehirn. Gerade wenn man sich im Freien bewegt und nicht mehr gut hört, ist man aber schnell abgelenkt. Man versucht, seine Umwelt über Augen und eben auch Ohren richtig wahrzunehmen, die Ohren leisten aber nicht mehr das, was sie einmal geleistet haben, man konzentriert sich mehr auf sein Gehör – und das Gehirn hat damit so viel zu tun, dass es nicht mehr die gleichen Kapazitäten in das unfallfreie Vorankommen stecken kann.

Grundsätzlich betrifft der Zusammenhang zwischen dem Hörvermögen und dem Sturzrisiko alle Menschen, bei denen eine Verschlechterung des Gehörs vorhanden ist. Ein besonderes Risiko besteht jedoch bei alten Menschen durch die Altersschwerhörigkeit. An das höhere Sturzrisiko schließt sich nämlich entsprechend ein höheres Verletzungsrisiko an. Damit verbunden können das für ältere Menschen längere Krankenhausaufenthalte sein. Im schlimmsten Fall werden Stürze sogar lebensgefährlich.

Durch den Hörverlust und die damit verbundenen Schwierigkeiten in der Kommunikation können auch Depressionen entstehen oder begünstigt werden. Umso wichtiger ist es also, auf Angehörige, die nicht mehr so gut hören, besonders zu achten.

Bei Beeinträchtigungen des Gehörs gilt es deswegen unbedingt, den Ohrenarzt aufzusuchen und mit ihm sinnvolle Gegenmaßnahmen abzuklären.

Es kann aber auch jeder selbst etwas dafür tun, sein Gehör bis zu einem gewissen Grad zu schützen. Zwar lässt die Fähigkeit zum guten Hören mit zunehmendem Alter auf natürliche Weise nach. Es gibt jedoch auch Risikofaktoren für die Ohren. Dazu zählt beispielsweise häufiger Lärm. In einer lauten Umgebung sollte man daher einen Gehörschutz tragen, vor allem wer regelmäßig an einem Ort arbeitet, an dem Lärm dazugehört, sollte darauf achten.

Das Ohr reagiert außerdem, ähnlich wie das Herz-Kreislauf-System, empfindlich, wenn es Probleme mit den Blutgefäßen gibt. Den Blutdruck in einem gesunden Maß niedrig zu halten, verringert deswegen auch das Risiko für Beschwerden im Innenohr.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch regelmäßige Bewegung. Einerseits hilft diese dabei, den Blutdruck zu regulieren. Dazu kommt aber auch, dass Gleichgewicht und Bewegungsabläufe trainiert werden, wenn man aktiv ist. Eine Verschlechterung des Hörvermögens erhöht entsprechend auch das Verletzungsrisiko bei Sport und ähnlichen Aktivitäten. Wenn man bereits an einer Hörverschlechterung leidet, muss man diese Problematik also mit einkalkulieren und Vorkehrungen treffen, zum Beispiel nicht allein lange Spaziergänge unternehmen. Sich aus Angst weniger zu bewegen, erhöht das Risiko für Stürze aber noch weiter, weil der Körper so praktisch aus dem Training kommt.

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